Methoden

Wie geht es denn jetzt ganz konkret? Wie können wir unseren Ort besser verstehen – und entdecken, wo wir mit anderen etwas bewegen können?

Genau dafür gebe ich euch hier Tipps und Methoden mit.

Egal, wo ihr anfangt: Bleibt neugierig!

  • Wir möchten…
  • Netzwerke knüpfen
  • mit Menschen reden
  • den Ort erfahren
  • den Ort analysieren
  • Gebäude entwickeln
  • den Blick auf den Ort verstetigen
  • weitere Anregungen
  • Die Materialien hier herunterladen

    Sucht ihr als Gemeinde oder Einrichtung Kontakt mit anderen und möchtet ihr euch mit weiteren Akteur*innen vernetzen?

    Tool 1:

    In vorhandene Netzwerke eintauchen

    4 Stunden für den Start, dann 1,5 Stunden pro Monat
    Mehr

    Verschafft euch als erstes einen Überblick:

    Welche Vernetzungs­strukturen (Runder Tisch, Quartiers­management, Dorf­netzwerk, Stadtteil­runde) gibt es schon bei euch vor Ort?

    Fragt im Rathaus, im Ortsamt, in Vereinen u. ä. nach. Bestimmt weiß dort jemand mehr.

    Wenn es schon etwas gibt:

    Geht einfach zum nächsten Treffen, stellt euch vor, hört zu und zeigt Interesse.

    Falls noch keine Vernetzungsstrukturen vor Ort vorhanden sind:

    Identifiziert die inoffiziellen Netzwerker*innen bei euch vor Ort! Ihr wisst schon: die Personen, von denen es heißt „Die/Der kennt jeden!“. Setzt euch mit ihnen zum Gespräch zusammen, vielleicht bei einer gemütlichen Tasse Kaffee.

    Der Rest ergibt sich von allein!

    Tool 2:

    Die eigenen Netzwerke nutzen

    4 Stunden für den Start, dann 0,5 Stunden pro Monat
    Mehr

    Haltet auf einer Karte oder Liste alle Einrichtungen (Verwaltungen, Vereine, Geschäfte usw.) fest, die in eurer Umgebung eine Rolle spielen.

    Fragt einfach (z. B. über einen kleinen Fragebogen) die Menschen, die mit eurer Gemeinde/Einrichtung verbunden sind, …

    • wo sie arbeiten
    • an welchen Orten in der Umgebung sie sich ehrenamtlich engagieren
    • welche Einrichtungen in der Umgebung sie regelmäßig nutzen/besuchen


    Notiert auf der Karte / Liste vom Anfang zu jeder Einrichtung eure „internen Ansprechpartner*innen“.
    Ihr werdet feststellen: Ihr steht schon mittendrin in einem weit verzweigten Netzwerk!

    Bei Vereinen, Bürgerinitiativen etc.:
    Erteilt den entsprechenden Menschen ein Mandat, eure Kirchen­gemeinde / Einrichtung in dieser Organisation zu vertreten! Klärt auch, inwieweit die Person dort für eure Gemeinde / Einrichtung sprechen und entscheiden kann, und verein­bart, dass die Person regelmäßig z. B. im Leitungs­gremium zu Gast sein und berichten darf.

    Tool 3:

    Schwarzes Brett

    3 Stunden für den Start, dann 1 Stunde pro Monat
    Mehr

    Hängt im Eingangs­bereich von Kirche, Einrichtung oder Gemeinde­haus ein Schwarzes Brett auf. Dort können Menschen Angebote für ehrenamt­liche Projekte anpinnen und ihren Bedarf an Unter­stützung benennen, z. B.: „Ich möchte einen Strickkurs organisieren. Das brauche ich dafür: ...“

    Unterstützt die Anbieter*innen nach euren Möglich­keiten. Vernetzt sie mit potentiellen Mitstreiter*innen, stellt Logistik (Räume, Material, finanzielle Mittel) zur Verfügung und bewerbt das Angebot über Gemeinde­brief, Newsletter, Presse­mitteilung und Bekannt­machung im Gottesdienst.

    Durchs Reden kommen Leute zusammen. Wie ihr in Gesprächen entdeckt, was es gerade in eurem Ort braucht, erfahrt ihr hier.

    Tool 4:

    Begegnungsbank

    4 Stunden pro Durchlauf
    Mehr

    Stellt eine mobile Bank (eine Garten­bank oder auch eine nicht mehr genutzte Kirchen­bank) regel­mäßig an verschiedenen Begegnungs­punkten im Ort auf.

    Eine Person aus der Gemeinde / Einrichtung sitzt dort, ausgerüstet mit Thermos­kannen mit Kaffee und Tee sowie Tassen, für 1-2 Stunden für Gespräche mit Menschen zur Verfügung.

    Tool 5:

    Interviews mit Expert*innen

    20 Stunden
    Mehr

    Befragt Vertreter*innen wichtiger Institutionen sowie natürliche Expert*innen für den Ort danach, wie sie euren Ort sehen, welche Bedarfe sie dort wahrnehmen, welche Ressourcen sie erkennen etc.

    Wen ihr befragt, hängt auch davon ab, welche besondere Frage oder spezifische Gruppe euch interessiert oder ob ihr allgemein mehr Gefühl für den Ort bekommen möchtet.

    Bereitet die Interviews entsprechend in der Gemeinde / Einrichtung vor und klärt im Vorfeld, welche Fragen für euer Anliegen hilfreich sind.

    Zwei Frageempfehlungen für den Abschluss:

    1. Welche Fragen hätten Sie noch in diesem Gespräch erwartet?
    2. Mit wem sollten wir auf alle Fälle noch sprechen?

    Und noch ein Tipp:
    Solche Gespräche sind auch gleich eine wunderbare Gelegenheit, potentielle Partner*innen im gemein­samen Engage­ment für euren Ort näher kennenzulernen.

    Tool 6:

    Befragung der Menschen vor Ort

    20 Stunden
    Mehr

    Fragt die Menschen bei euch vor Ort, was sie bewegt


    ... auf der Straße, an der Wohnungstür, am Gartenzaun, auf dem Vorplatz eurer Kirche / Einrichtung bei einer Tasse Kaffee usw.

    Klärt im Vorfeld in der Gruppe, was ihr genau erfahren wollt, und definiert gemeinsam die Fragen.

    Erklärt zu Beginn des Gesprächs einfach verständlich, woher ihr kommt und worum es geht.

    Vermeidet ein starres Abarbeiten nach Frage-Antwort-Schema. Gebt den Menschen vielmehr Gelegenheit zum Erzählen. Ermutigt sie durch ehrliches Interesse und offene Rückfragen, über das zu reden, was sie beschäftigt.

    Legt schon vor den Gesprächen fest, was mit den Ergebnissen geschehen soll, und sagt das bei der Befragung deutlich dazu. Das ist wichtig, damit die Gesprächs­partner*innen wissen, woran sie sind und was sie erwarten dürfen.

    Es ist aufregend, euren Ort mit allen Sinnen bewusst zu erlaufen.

    Tool 7:

    Ortsbegehung

    6 Stunden
    Mehr

    Geht langsam und aufmerksam durch euer Dorf / euren Stadtteil / euer Quartier.


    Nehmt Foto­apparat und Diktiergerät bzw. ein Smart­phone mit Kamera und Diktier­funktion mit.

    Nehmt dabei bewusst die Perspektive einer bestimmten Bevölkerungs­gruppe ein. Entdeckt euren Ort z. B. aus der Sicht von älteren Menschen, Jugendlichen, Familien, Menschen mit Behinderung, Migrant*innen ...

    Lasst euch am besten von Menschen aus dieser Personen­gruppe durch euren Ort führen:
    Wie erleben sie den Ort? Was ist ihnen wichtig? Welche Fragen beschäftigen sie hier? Stimmt die Route mit ihnen im Vorfeld ab.

    Dokumentiert die besuchten Orte und zeichnet die Gespräche auf.

    Wertet anschließend das Erlebte aus dem Gedächtnis sowie anhand der Fotos und Auf­zeichnungen aus.


    Haltet wichtige Erkenntnisse auf einer Stadtteil­karte fest. Nutzt dazu einen großen Plan eures Ortes (nicht unter 1x1 m, besser größer). Den Plan erhaltet ihr in der Regel auf Anfrage im Planungs­amt eurer Kommune / Stadt. Alternativ könnt ihr auf Kartenmaterial von z. B. openstreetmap.de zurückgreifen und den entsprechenden Ausschnitt von einer Druckerei ausdrucken lassen.

    Die Ergebnisse dieser Methode könnt ihr gut mit den Ergebnissen der Methoden Stich­punkte entdecken und Subjektive Landkarte kombinieren.

    Tool 8:

    Gebetsspaziergang

    6 Stunden
    Mehr

    Unter freshexpressions.de könnt ihr ein Set mit 40 Karten zur bewussten und geistlichen Wahr­nehmung eures Ortes bestellen.


    Ihr könnt diese GOTT.VOLL-Karten für ein Experiment über 40 Tage verwenden.
    Dabei nutzen die Teilnehmenden jeden Tag eine neue Karte, um ihren Ort neu zu entdecken. Einmal pro Woche oder auch nur nach Ablauf der 40 Tage treffen sie sich und tauschen sich über das aus, was sie erfahren haben.

    Alternativ könnt ihr einmalig eine Exkursion in einer Gemeinde­gruppe oder als Teil eines Gottes­dienstes gestalten.


    Nach einer kurzen Einstimmung mit Gebet werden die Teilnehmenden für eine definierte Zeit zu zweit mit jeweils einer der GOTT.VOLL-Karten ausgesandt:

    • Geht durch das Dorf / den Stadtteil / das Quartier.
    • Geht langsam und bewusst. Nehmt mit allen Sinnen wahr.
    • Kommt miteinander über die Beobachtungs­aufgabe auf eurer Karte ins Gespräch.
    • Bleibt an den Orten stehen, die euch in irgendeiner Weise berühren. Bringt diese Orte und die Menschen dort im Gebet vor Gott.

    Je nach Format und Gruppen­größe tauschen sich die Beteiligten nach der Rückkehr über ihre Erfahrungen in der großen Gruppe aus oder halten ihre Erkennt­nisse auf einer Moderations­­wand schriftlich fest.

    So könnt ihr euren Ort mal ganz systematisch unter die Lupe nehmen:

    Tool 9:

    Stichpunkte entdecken

    2 Stunden
    Mehr

    Verschafft euch als Gruppe einen visuellen Überblick über relevante Orte in eurem Dorf / Stadtteil / Quartier.


    Nutzt dazu einen großen Plan eures Ortes (nicht unter 1x1 m, besser größer). Den Plan erhaltet ihr in der Regel auf Anfrage im Planungs­amt eurer Kommune / Stadt.

    Alternativ könnt ihr auf Kartenmaterial von z. B. openstreetmap.de zurückgreifen und den entsprechenden Ausschnitt von einer Druckerei ausdrucken lassen.

    Markiert auf eurem Plan wichtige Punkte für das Miteinander in eurem Ort.


    Nutzt verschiedenfarbige Pinn­nadeln für verschiedene Arten von Orten (Treffpunkte, Wohn­gegenden, Bildungsorte, Angsträume). Eine einfache Legende (welche Farbe steht wofür) am Rand des Plans macht eure Arbeit für andere nachvollziehbar.

    Diskutiert die Ergebnisse in eurer Gruppe und vielleicht auch mit anderen Menschen in und außerhalb eurer Gemeinde / Einrichtung:


    Was hattet ihr bisher nicht im Blick?
    Was fehlt?

    Die Ergebnisse dieser Methode könnt ihr gut mit den Ergebnissen der Methoden Stadtteilbegehung und Subjektive Landkarte kombinieren.

    Tool 10:

    Subjektive Landkarte

    2 Stunden
    Mehr

    Jede*r zeichnet aus dem Kopf heraus eine Land­karte eures Ortes mit Personen, Institutionen, Orten, Wegen, Netzwerken etc., die für sie/ihn wichtig sind. Es geht dabei nicht um Maßstabs­treue oder Realismus, sondern um das subjektive Erleben des Ortes: Wie fühlt er sich an? Was ist darin für mich von Bedeutung, im Positiven wie im Negativen? Wie sieht unser Ort für mich (!) aus?

    Vergleicht und besprecht eure Ergebnisse miteinander – eventuell in mehreren Stufen: zuerst zu zweit, dann in größeren Gruppen und schließlich im Plenum.

    Schreibt wichtige Erkenntnisse auf kleine Post-its oder Fähnchen und platziert diese an geeigneter Stelle auf einem großen Plan eures Ortes (nicht unter 1x1 m, besser größer). Den Plan erhaltet ihr in der Regel auf Anfrage im Planungsamt Eurer Kommune / Stadt.

    Alternativ könnt ihr auf Kartenmaterial von z. B. openstreetmap.de zurückgreifen und den entsprechenden Ausschnitt von einer Druckerei ausdrucken lassen.

    Die Ergebnisse dieser Methode könnt ihr gut mit den Ergebnissen der Methoden Stadtteil­begehung und Stich­punkte entdecken kombinieren.

    Tool 11:

    Daten erheben

    16 Stunden
    Mehr

    Zu fast allen gesellschaftlichen Fragestellungen sind heute Daten verfügbar.


    Grenzt also zu Beginn gut ein, was ihr wissen wollt und warum; die Fülle der verfüg­baren Daten kann sonst auch erschlagen!

    Legt zu Beginn genau fest, welche Informationen ihr in Erfahrung bringen wollt:
    demo­graphische Daten (Bevölkerungs­entwicklung, Geburten, Sterbe­fälle, Alters­verteilung, Schul­bedarfs­planung, Migrant*innenanteile, Konfessions­verteilung), Sozialdaten (Ein­kommen, Arbeits­losen­statistik, Anteil der Hartz IV-Empfänger*innen), Milieu­daten (sinus-institut.de) usw.

    Je nachdem, welche Daten ihr benötigt, erfragt diese in eurer Kommune/Stadt, beim Land­kreis, dem Statistischen Landes­amt, bei der Agentur für Arbeit, bei Kranken­kassen oder bei sozialen Trägern (Diakonie, Caritas, ASB, Treber­hilfe ...) bzw. recherchiert diese auf den ent­sprechenden Webseiten.

    Hier einige hilfreiche Seiten:

    Vieles ist gratis abrufbar, einige Daten (z. B. Auswertung der SINUS-Milieus für euren Ort) sind nur gegen Geld erhältlich.

    Wichtig:
    Manche Landes­kirchen haben bereits zentral z. B. Milieu­daten eingekauft. Fragt also am besten zuerst dort nach, ehe ihr Geld investiert.

    Bereitet die Daten anschaulich auf und stellt sie Haupt- und Ehren­amtlichen in eurer Gemeinde/Einrichtung für die Weiter­arbeit zur Verfügung.

    Ihr habt in eurer Kirchen­gemeinde / diakonischen Einrichtung ein Gebäude, das ihr nicht mehr benötigt oder das ihr gerne mit anderen gemein­sam nutzen möchtet, habt aber noch keine richtige Idee dafür? Hier findet ihr Tipps für erste Schritte, die auch aufeinander auf­bauen können.

    Tool 12:

    Buschfunk

    1 Stunde
    Mehr

    Lasst einfach gezielt an bestimmten Punkten im Ort fallen, dass ihr über eine neue Nutzung für ein Gebäude nachdenkt.


    Manchmal reicht es schon, intern im Leitungs­gremium darüber zu beraten – und die Neuigkeit, dass die Kirchen­gemeinde / diakonische Ein­richtung ein Gebäude abgeben / um­nutzen will, verbreitet sich im ganzen Dorf / Stadt­teil / Quartier wie ein Lauffeuer ... Das informelle Gespräch mit einzelnen Schlüssel­personen im Ort kann das Feuer zusätzlich schüren!

    Ihr werdet sehen: Über diesen Buschfunk bekommt ihr ganz schnell eine Vielzahl an Angeboten, Ideen und Konzepten frei Haus geliefert.
    Tool 13:

    Ideenbörse

    10 Stunden
    Mehr

    Ladet im Dorf / Stadtteil / Quartier breit zu einer Ideen­börse für das Gebäude ein. Ermutigt Menschen, Vereine, Initiativen etc., ihre Ideen mitzu­bringen und mit anderen zu diskutieren.


    Veranstaltet die Ideen­börse ganz bewusst in dem betroffenen Gebäude. Gewinnt eine*n Moderator*in und klärt mit ihr/ihm, mit welcher Methode (z. B. Open Space) ihr die Ideen sammeln und gemeinsam weiter­entwickeln wollt.

    Sichert die entstandenen Ideen und stellt die Ergebnisse (z. B. die gestalteten Flip­charts aus dem Open Space) öffentlich aus.

    Die Ergebnisse können z. B. im Rahmen einer Experimentier­woche (siehe nächstes Tool) probe­weise umgesetzt werden.

    Tool 14:

    Experimentierwoche

    3 Wochen
    Mehr

    Legt zusammen mit externen Partner*innen eine Woche fest, in der ihr alternative Nutzungs­formen für euer Gebäude austesten wollt.


    Ladet – eventuell auf Grundlage der Ergeb­nisse einer Ideenbörse (siehe vorheriges Tool) – die anderen Player, Initiativen, Vereine etc. ein, ihre Ideen für eine Nutzung eures Gebäudes probeweise für einen Tag in die Tat umzusetzen.

    Erstellt einen Plan für die Experimentier­woche, aus dem ersichtlich ist, wann welche Experimente, Ange­bote, Nutzungen etc. stattfinden, und kommuniziert diesen breit im Dorf / Stadtteil / Quartier.

    Bittet die Menschen ausdrücklich um ihr Feedback – mündlich (in Gesprächsrunden o. ä.) und / oder schriftlich (per Post-its, Fragebögen, QR-Code usw.).

    Wertet die Erfahrungen der Experimentier­woche sowie das Feedback zu den einzelnen Programm­punkten aus und entscheidet – möglichst in Ab­sprache mit externen Partner*innen und den Menschen vor Ort –, welchen Weg ihr mit dem Gebäude in Zukunft gehen wollt.

    Hier gibt es Methoden, wie ihr eure Sinne kontinuierlich offen haltet für das, was euren Ort bewegt.

    Tool 15:

    Wunschbaum

    3 Stunden für den Start, dann 0,5 Stunden pro Monat
    Mehr

    Erklärt einen Baum in eurem Dorf / Quartier / Stadtteil zum „Wunsch­baum“ und ermuntert die Menschen, ihre Wünsche, Anliegen und Visionen für ihren Ort auf Stoff­streifen zu schreiben oder zu zeichnen und in die Zweige des Baums zu hängen. Am besten bereitet ihr schon eine größere Zahl an leeren Stoff­streifen vor und hängt sie an einen Zweig des Baumes zur freien Entnahme.

    Wählt einen zentralen und öffentlich zugänglichen Baum, auf eurem eigenen Grund­stück oder im öffentlichen Raum (im letzteren Fall sprecht das Vorhaben mit der Kommune / Stadt ab).

    Integriert den Wunsch­baum z. B. in Gottes­dienste, Dorf- / Nachbar­schafts- / Stadt­teil­feste oder Gemeinde­feste.

    Nutzt die Wünsche an dem Wunsch­baum als Anregungen für die Für­bitten im Gottes­dienst. Tragt so die Anliegen aus dem Dorf / Quartier / Stadtteil in euer geistliches Leben. Hängt wiederum z. B. bei einem Gemeinde­fest Fürbitt­anliegen aus der Gemeinde an den Wunschbaum.

    Organisiert rund um den Wunsch­baum (regelmäßige) Gesprächs­runden in der Gemeinde bzw. am besten gleich mit Vertreter*innen der Kommune / Stadt sowie mit Menschen aus dem ganzen Ort.
    Tauscht euch über die auf­ge­schriebenen Wünsche aus und überlegt gemeinsam: Was braucht es, damit diese Wünsche Wirklich­keit werden? Was können wir gemeinsam dazu beitragen?

    Klärt, wer den Wunschbaum regelmäßig pflegt, alte und nicht mehr leserliche Stoff­streifen entfernt, neue nachlädt usw.

    Tool 16:

    Tipps und Themen (Kurzanleitung nach einer Methode von Maria Lüttringhaus)

    5 Minuten pro Besprechung
    Mehr

    Startet jede Sitzung eures Teams (Leitungsgremium, Dienstberatung) mit einem Tagesordnungspunkt „Tipps und Themen“!


    Jede*r aus der Runde benennt in 20 Sekunden:

    1. Diese Tipps habe ich für unser gemeinsames Arbeitsfeld! (Veran­stal­tungen, Angebote, Dienst­leistungen, Ressourcen und Vernetzungs­möglichkeiten, die mir im Dorf / Quartier / Stadtteil aufgefallen sind.)
    2. Diese Themen beschäftigen mich gerade! (Hier komme ich nicht weiter; das suche ich; hier brauche ich Ideen.)

    Die anderen in der Runde geben keine Antworten, das Benannte wird nicht diskutiert.
    Durch nonverbale Zeichen kann eine Person signalisieren, dass sie zu einem Thema einen Hinweis hat oder helfen kann; dann können die beiden Beteiligten in der Pause oder nach der Sitzung miteinander sprechen.

    Bei einem Team von zehn Personen habt ihr keine vier Minuten investiert – aber gleich am Anfang eure gemeinsame Sitzung positiv und ein Feuerwerk an Ideen und Themen erlebt. Und ihr übt als Team instinktiv eine fragende und neugierige Haltung eurer Umgebung gegenüber ein!

    Ihr sucht noch weitere Anregungen?
    Mehr und ausführlichere Methoden findet ihr u.a. hier:


    Fragetasche
    (Amt für Gemeindedienst, Ev.-Luth. Kirche in Bayern)

    Unterwegs als Nachbarn. Ein Reisekoffer
    (Diakonie Hessen / PDF)

    Tobias Faix, Johannes Reimer (Hrsg.):
    Die Welt verstehen. Kontextanalyse als Sehhilfe für die Gemeinde (2012)