Worte, die unter die Haut gehen
Tattoos gesucht
Tattoos erzählen Geschichten. Geschichten über das Leben in all seinen Facetten, über Freude und Traurigkeit, Liebe und alles, was Menschen wichtig geworden ist. Manche davon wurden von Bibeltexten inspiriert - und das finden wir spannend. Wir suchen Tattoos, die einen Bibeltext zur Grundlage haben. Wir suchen Tattoos, die aufgrund einer persönlichen Story mit einem Bibeltext gestochen wurden. Dabei muss nicht offensichtlich sein, dass die Tätowierung einen biblischen Bezug hat. Es geht nicht allgemein um religiöse Symbole oder biblische Schriftzüge, vielmehr um Tattoo-Art mit Bibelbezug.
Teile deine Tattoo-Story mit uns
Du bist tätowiert? Dein Tattoo hat einen Bezug zu einem Bibeltext? Dann teile deine Tattoo-Story mit uns! Sende uns ein Bild von deinem Tattoo. Schreibe die Bibelstelle dazu, die dich inspiriert hat. Erzähle uns in drei Sätzen deine Story zum Tattoo: bjoern.buechert@mi-di.de.
[Selbstverständlich werden die Fotos und Stories nur nach Rücksprache und Zustimmung weiterverwendet.]
Die Vision dahinter
Mit dem Projekt „Worte, die unter die Haut gehen“ sollen Menschen Zugang zu Bibeltexten bekommen bzw. sich intensiver mit biblischen Inhalten auseinandersetzen. Tattoo-Fotos, Stories und Bibeltexte sollen so aufbereitet werden, dass Einzelpersonen und Kleingruppen angeregt werden, sich damit auseinanderzusetzen. Daraus soll ein interaktiver und crossmedialer Story-Walk entstehen, der im Sozialraum und Gemeindekontext zum Einsatz kommen kann.
Tattoos & Popkultur
„Popkultur“ bezieht sich auf die Aspekte des Alltagslebens, die von einer breiten Masse konsumiert und geteilt werden. Unter „Popkultur“ versteht man Kulturgüter, Erzeugnisse oder künstlerische Ausdrucksformen, die von einem großen Teil der Gesellschaft konsumiert und als relevant oder beliebt angesehen werden. Popkultur spiegelt die Interessen, Vorlieben und Trends einer Gesellschaft wider.1
Dies alles trifft auf Tätowierungen zu! Mit Tattoos bringen Menschen unterschiedlicher Milieus und unterschiedlichen Alters zum Ausdruck, was ihnen wichtig ist. Tattoos erzählen Geschichten. Tätowierungen sind als Kunstform in der Gesellschaft anerkannt und sie sind eine popkulturelle Ausdrucksweise.
Tattoos & Bibel
Die Bibel ist noch immer das meistverkaufte Buch, allerdings wird diese nicht sonderlich viel gelesen. Zwei Drittel der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren (64%) liest laut KMU 62 nie in der Bibel. Die Anzahl derer, die täglich in der Bibel lesen, sank in den letzten zehn Jahren von 3,1% auf 2%. Der Anteil derer, die zwei- bis viermal pro Monat Bibel lesen, sank von 12,9 auf 5%. Vor dem Hintergrund, dass die Bibel elementarer Bestandteil des christlichen Glaubens ist, sind diese Befunde ernüchternd.
Gleichzeitig gibt es Menschen, die sich aufgrund eines Bibeltextes etwas bestimmtes tätowieren lassen. Es gibt Tattoos, die einen Bibelvers zur Grundlage haben. Oder anders gesagt: Bibelworte können zu Worten werden, die unter die Haut gehen. Worte, die begleiten, die erinnern, ermutigen, ermahnen, hoffen lassen. Hier trifft Bibel auf Popkultur.
Tattoos & Leutetheologien
Tattoos, denen ein Bibelwort zugrunde liegt, sind immer Interpretationen. Entweder die tätowierte Person oder der/die Künstler:in veranschaulichen damit etwas. Mit Tattoos werden Bibeltexte gedeutet. Tattoos sind eine Ausdrucksweise von „Leutetheologie“. Leutetheolog:in ist jeder Mensch, der sich Gedanken macht über Gott oder Bibeltexte und diese Gedanken auf irgendeine Weise reflektiert.
Die katholische Theologin, Monika Kling-Witzenhausen schreibt:
„Leutetheologien als implizite Theologien haben ihren Ort im alltäglichen Leben. Denn gerade in religiösen wie nichtreligiösen Äußerungen sowie in alltäglichen Handlungsvollzügen scheinen Vorstellungen, Einstellungen und Erfahrungen zu Gott und dem eigenen Leben auf. Hier mitten im Alltag wird implizit Theologie betrieben.“3
Mit einem Tattoo, das sich auf einen Bibeltext bezieht, wird diese implizite Form der Theologie nach außen sichtbar gemacht. Hierbei trifft Leutetheologie auf Popkultur.
Doppeldeutigkeit
Das Projekt „Worte, die unter die Haut gehen“ möchte die drei Dinge: Popkultur, Bibel und Leutetheologie miteinander verbinden. Dabei schwingt die Doppeldeutigkeit mit: Einerseits, weil das Tattoo in die Haut gestochen wird, unter die Haut geht. Andererseits, weil das Bibelwort zu einem Wort werden kann, das einem unter die Haut geht, indem es begleitet, tröstet, ermutigt.
Werde Teil des Projekts, indem du deine Tattoo-Story mit uns teilst oder andere auf die Suche aufmerksam machst!
Fußnoten
- https://brockhaus.de/ecs/enzy/article/popul%C3%A4re-kultur ↩
- https://www.mi-di.de/publikationen/zukunft-ist-jetzt ↩
- Kling-Witzenhausen, Monika, Was bewegt Suchende? Leutetheologien – empirisch-theologisch untersucht, Stuttgart 2020. ↩