Nachgehackt: Das war der Hackathon #glaubengemeinsam

8. April 2020 | Louisa Winkler | midi

650 Teilnehmende, 80 Mentoren, 20 Organisatorinnen, 100 Ideen und 50 Projekte, das war der Hackathon #glaubengemeinsam vom 3. bis 5. April. Was diese Zahlen nicht fassen können, ist der unschätzbare Wert der Erfahrungen digitaler Zusammenarbeit, kommunikativer Vernetzung, gelebter christlicher Gemeinschaft und Spiritualität am vergangenen Wochenende.

So hat midi die 48 Stunden #glaubengemeinsam erlebt

Als Mentorinnen und Mentoren haben Teammitglieder von midi den Projektgruppen des Hackathons Unterstützung angeboten. Die Expertise reichte dabei von Kirchenentwicklung, über Fresh X bis hin zu Sozialraumorientierung und Diakonie. Schnell wurde klar: Je stärker wir als Mentor*innen die Initiative ergriffen und uns aktiv in die Gruppenarbeit einbrachten, desto mehr profitierten wir auch selbst vom Hackathon.

Die Kirche der Zukunft wird alltagstauglich und kreativ

Dr. Tobias Kirchhof hat am Projekt Ora@Labora – Christlicher Coworking Space mitgewirkt. Die Vision der Gruppe: „Wir wünschen uns, dass ein Netzwerk von christlichen Coworking Projekten entsteht.“

Dabei soll der Kirchraum als Ort von New Work, Spiritualität und Gemeinschaft neu entdeckt werden. Ist das Konzept auf den urbanen und ländlichen Raum gleichermaßen anwendbar? Für diese und ähnliche Fragen hat die Projektgruppe Material zusammengestellt, das Gemeinden nun weiterverwenden können.

Präsentationsvideo zum Projekt Ora@Labora – Christlicher Coworking Space

Für Kirchhof war es „ein wunderbares Erlebnis, mit Menschen aus Österreich, der Schweiz, Nord- und Süddeutschland aber auch aus meiner Nachbarschaft in Berlin an einem Thema konzentriert zusammenzuarbeiten – und das über drei Tage. Die Herausforderungen für Kirche sind unabhängig von Konfession und Region ähnlich. Es ist schön, sich diesen Herausforderungen gemeinsam stellen zu können und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.“

Die diakonische Dimension von Kirche war auch beim Hackathon unterrepräsentiert.

Die diakonische Dimension von Kirche war für Kirchhof unterrepräsentiert: „Da dürfen wir gern noch mehr denken und machen – digital und analog.“

So sei der Hackathon am Wochenende beispielsweise ein klassisches Format fürs Ehrenamt gewesen, passend für die Kirche, weniger passend für die stark vom Hauptamt geprägte Diakonie. Zukünftig wäre zu überlegen, wie Hauptamtliche innerhalb ihrer Arbeitszeit besser in solche Aktionen eingebunden werden können.

In den 48 Stunden erlebte Tobias Kirchhof innerhalb seiner Projektgruppe eine sehr hohe Arbeitsverbindlichkeit, das effiziente Arbeiten in kurzer Zeit hatte wenig gemein mit herkömmlichen Tagungen, auf denen man sich häufig zurücklehnen und berieseln lassen könne.

Die Kirche der Zukunft verträgt mehr solcher Sternstunden

Als Expertin für Geistliche Begleitung und frische Ausdrucksformen von Kirche unterstützte Mentorin Birgit Dierks die #wasbleibt – Kampagne, ein “Probierpaket” für die Seelsorge und das Projekt Raum für Pioniere in einer Kirche der Zukunft.

„Die hohe Professionalität der Vorbereitung in dieser kurzen Zeit war unfassbar gut, das ehrenamtliche Engagement an einem Wochenende sehr beeindruckend und effektiv in den Ergebnissen“, so Dierks.

Die Unterstützung von offizieller kirchlicher Seite war für den Erfolg des Hackathons nötig.

Es wurde aber auch deutlich, dass für das Gelingen der Aktion „neben all dem, ein gutes unkompliziertes Unterstützen von offizieller kirchlicher Seite für den Erfolg mit dazu gehört und nötig ist. Mal sehen, ob es in Zukunft noch mehr solcher Sternstunden gibt, die zudem aus vorhandenen Ressourcen ohne zusätzliche Geldmittel realisiert werden können.“

Präsentationsvideo zum Projekt #wasbleibt – Kampagne

Die Kirche der Zukunft trifft sich im Wohnzimmer

Für Hans-Hermann Pompe war #glaubengemeinsam ein Crash-Kurs in moderner Kommunikationstechnologie. Am 2. Tag des Hackathons wechselte er von der Rolle des Mentors in die eines Teilnehmers und stellte binnen weniger Stunden das Konzept für Wohnzimmergespräch W:ORTwechsel mit auf die Beine.

Der Hackathon war ein Crashkurs in moderner Kommunikationstechnologie.

Im Hackathon erlebte Pompe „Freiraum für Kreativität mit klarer Struktur, klare Zielstrebigkeit mit großer Gelassenheit, Freude mit Herausforderung, geistliche Grundierung mit digitalem Know-how und neue Engagierte mit einer gemeinsamen Glaubensbasis.“

Dass sich Ehrenamtliche und Hauptamtliche, Kirchenleitende und Gemeindeglieder gemeinsam von dem Format herausfordern ließen, betrachtet Hans-Hermann Pompe als einen wichtigen Erfolg des Hackathons.

Präsentationsvideo zum Projekt Wohnzimmergespräch W:ORTwechsel

midi will Ermöglicherin für Innovationen sein

Direktor Dr. Klaus Douglass weiß nach dem Hackathon-Wochenende, dass es für midi die richtige Entscheidung war, als Kooperationspartnerin die Initiative der Jugenddelegierten der EKD-Synode mitzutragen: „Wir wollen auch in Zukunft Ermöglicherin solcher Projekte sein, weil da ein irre Energie drinsteckt“.

Titelbild: Hacker Noon auf Unsplash