Dialogformate mit Rechtsaußen? Zwischen Entlarvung und Diskursverschiebung

Digitale Veranstaltung im Rahmen der Initiative #VerständigungsOrte

In Zeiten gefühlter Polarisierung braucht es Räume für gesellschaftlichen Dialog. An vielen Orten verantworten kirchliche und diakonische Akteure entsprechende Veranstaltungen und Projekte mit. Doch ist öffentlicher Dialog mit allen möglich und sinnvoll – auch mit Vertreter*innen rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien?

Die evangelische Kirche und die Diakonie haben sich wiederholt klar positioniert und die Unvereinbarkeit rechtspopulistischer und rechtsextremer Positionen mit dem christlichen Menschenbild festgestellt. Auch die Initiative #VerständigungsOrte von EKD, Diakonie Deutschland und midi möchte zwar Menschen, die mit rechtspopulistischen und rechtsextremen Positionen sympathisieren, für den demokratischen Diskurs zurückgewinnen, empfiehlt aber, Rechtsextreme nicht auf Podien einzuladen und ihnen damit eine Bühne zu bieten.

Gleichzeitig finden in der Praxis immer wieder moderierte Veranstaltungen wie Wahlpodien im kirchlich-diakonischen Raum statt, bei denen neben anderen auch Repräsentant*innen rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien einbezogen werden. Und mit der Übernahme politischer Verantwortung durch entsprechende Parteienvertreter*innen in Kommunen und Landkreisen, perspektivisch möglicherweise auch auf Landesebene, stellt sich verstärkt die Frage, ob und gegebenenfalls wie Kirche und Diakonie bei öffentlichen Dialogformaten diese Umstände berücksichtigen sollen.

Während die einen eine öffentliche inhaltliche Auseinandersetzung befürworten und davon eine Dekonstruktion rechtsextremer Positionen erwarten, warnen andere vor einem Beitrag zur weiteren Verschiebung des gesellschaftlich Sagbaren in Richtung Rechtsaußen und einer Normalisierung von Akteur*innen, die Demokratie und Menschenwürde untergraben.

Wie können sich kirchliche und diakonische Akteur*innen in diesem Spannungsfeld verantwortungsvoll verhalten? Wie muss gegebenenfalls der Rahmen entsprechender Dialogformate gestaltet werden und worauf ist zu achten? Wie lässt sich eine getroffene Entscheidung öffentlich glaubwürdig vertreten und welche Unterstützung benötigen Veranstaltende dabei möglicherweise von höheren kirchlichen und diakonischen Leitungsebenen?

Dazu kommen die Teilnehmenden mit den Impulsgebenden und miteinander ins Gespräch.

Mit Impulsen von

Die Veranstaltung richtet sich an haupt- und ehrenamtliche Entscheidungsträger*innen in Gemeinden und Einrichtungen, auf der Mittleren Ebene sowie auf Landes- und Bundesebene von Kirche und Diakonie, die öffentliche Dialogformate anbieten wollen. Daher ist eine Anmeldung nur mit Angabe der eigenen kirchlichen bzw. diakonischen Funktion sowie der jeweiligen kirchlichen bzw. diakonischen Gemeinde, Einrichtung oder Stelle möglich.

Auch bei strittigen Themen und kontroversen Positionen möchten wir sicherstellen, dass sich alle Anwesenden sicher fühlen. Daher behalten wir uns die Möglichkeit vor, Personen des Raumes zu verweisen, wenn sie sich beleidigend, menschenverachtend oder verfassungsfeindlich äußern.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Initiative #VerständigungsOrte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Diakonie Deutschland und der evangelischen Zukunftswerkstatt midi.

Foto von Walter Lechner

Walter Lechner

Referent für Sozialraum­orientierung in Diakonie und Kirche
Zeit
3. Juni von 19 – 20:30 Uhr