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Sitzungsanfang bewusst gestalten

Großer Gott, wir fragen dich

„Wenn du singst, o Seele, so redest du mit dem heiligen, allgegenwärtigen Gott ebenso als wenn du betest“. Tersteegen macht uns hier Mut, unsere Gremienarbeit bewusst durch ein Lied auf Gott hin auszurichten. Wir beten ihn als den Herrn der Kirche an, bitten ihn um seinen Heiligen Geist für unser Tun. Dieses Lied, das aus alten und neuen Texten (Friedrich Wallbrecht) besteht, wird auf die Melodie „Großer Gott wir loben dich“ (EKG 331) gesungen.

Anwendungshinweise

  • Der Liedtext liegt für jeden gut sichtbar vor.
  • Zu Beginn werden im ersten Durchgang alle vier Liedverse nacheinander gesungen.
  • Im zweiten Durchgang wird jeder Vers nach folgendem Muster noch einmal vertieft: 
  1. Der Vers wird gemeinsam gesungen.
  2. Gremienmitglieder wiederholen einzelne Worte oder Zeilen des Verses,
    die ihnen bedeutsam erscheinen.
  3. Mehrfachnennungen sind möglich, sinnvoll und erwünscht.
  4. Gibt es keine Nennung mehr, singt man den nächsten Vers.
  5. Zum Abschluss kann der erste Vers nochmals gesungen werden.

Großer Gott, wir loben dich,
Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit.

Dein Geist weht, wohin er will.
Deine Geisteskraft schafft Leben.
Uns’re Stimmen werden still.
Du willst uns Gedanken geben.
Öffne uns in dem Gebet!
Zeig uns, wie es um uns steht!

Großer Gott, wir fragen dich:
„Wie willst du die Kirchen heut‘ sehen?
Zeiten sind veränderlich
Nur dein Geist bleibt gleich bestehen.
Welche Formen sind Dir recht?
Welche Worte wirken echt?“

Deine Geisteskraft lässt spür’n,
wohin sie will uns bewegen.
Bibelworte können führ’n,
wird dein Geist sie uns auslegen.
Lass uns lernen, was du sagst,
mit dir tun, was du heut‘ wagst!

Tiefsinnwort

„Gott hat es gewollt, dass wir sein lebendiges Wort suchen und finden sollen im Zeugnis des Bruders, in Menschenmund. Darum braucht der Christ den Christen, der ihm Gottes Wort sagt“ (Dietrich Bonhoeffer). Jeder Christ hat seinen eigenen Glauben, seine einzigartige Gottesbeziehung und seine unverwechselbaren Erfahrungen mit dem Glauben. Und deshalb kann jedes Gremienmitglied dem anderen ein Gotteswort mitteilen, das diesem zur Hilfe wird. 

Anwendungshinweise

Vorbemerkung Spiritualität in einem Gremium lebt von den Impulsen aller Gremienmitglieder. Deshalb ist es nicht nur Sache der Hauptamtlichen und Pfarrer, die geistliche Einstimmung auf die Sitzung zu gestalten.

Grundgedanke Bei der Weitergabe eines Tiefsinnwortes geht es nicht um dogmatische Richtigkeit, rhetorische Präzision oder Belehrung anderer. Vielmehr geht es darum, etwas Bedeutsames oder Ermutigendes aus dem eigenen Leben weiterzugeben.

Ideen Ein Tiefsinnwort kann ein Bibelwort sein, das eine persönliche Bedeutung hat, der Tauf- oder Konfirmationsspruch, ein Wort aus Losung, Bibellese, Gebet, Gottesdienst oder Gesangbuch.

Zeitfenster Maximal 3 bis 4 Minuten.

Leitfragen Zur Vorbereitung können folgende Fragen helfen:

  1. Wie würden Sie das Tiefsinnwort mit Ihren eigenen Worten wiedergeben?
  2. Wie kam es dazu, dass dieses Wort für Sie wichtig wurde?
  3. Welcher Tiefsinn erschließt sich für Sie durch dieses Wort?
  4. Gibt es dazu Erfahrungen, Aha-Momente, Erlebnisse?

Präsentation Manchen genügt es, für ihren Beitrag zuvor Stichworte zu formulieren. Für andere ist es hilfreicher, den Beitrag wortwörtlich zu formulieren und ihn dann mehr oder weniger frei vorzutragen. In jedem Fall ist Authentizität entscheidender als Perfektion!

Gottes Gegenwart erbitten

Im Heiligen Geist ist Gott selbst als der schöpferische und lebendigmachende, der erlösende und seligmachende Gott gegenwärtig: „Wir erfahren das ganze, volle, geheilte und erlöste Leben mit allen unseren Sinnen“ (Jürgen Moltmann). Das Körpergebet lädt ein, diese innere Dynamik ganzheitlich nachzuvollziehen. Als die so Geist- und Krafterfüllten werden wir persönlich, als Gremium und als Kirche an der Sendung von Christus in die Welt teilnehmen.

Anwendungshinweise

  • Der Sitzungsleiter erklärt das Körpergebet, indem er die Gesten vormacht
    und den jeweiligen Gebetssatz ausspricht.
  • Der Sitzungsleiter spricht das Gebet zweimal nacheinander mit Gesten
    vor und die Gremienmitglieder vollziehen die Gesten und das Gebet nach.
    Nach jedem Gebetssatz gibt es eine meditative Stille.
  • Jedes Gremienmitglied betet das Gebet nun für sich in seinem Tempo weiter. Es wird halblaut gesprochen, so stört keiner den anderen.

Körpergebet

  1. Wir stehen fest auf der Erde. Wir heben die Arme nach oben zum Himmel
    hin und öffnen die Handflächen. Wir beten: Komm, Heiliger Geist.
  2. Wir drehen die Handflächen nach innen und ziehen sie vor dem Gesicht
    nach unten. Wir beten: Erfrische uns wie der Tau am Morgen.
  3. Wir strecken die Arme in Schulterhöhe zu beiden Seiten aus und öffnen
    die Handflächen. Wir beten: Öffne uns.
  4. Wir überkreuzen die Hände/Handwurzeln und legen sie auf das Herz.
    Wir beten: Erfülle uns.
  5. Wir bewegen die Handflächen zueinander in Bauchhöhe. Wir beten: Forme uns.
  6. Wir öffnen die Hände und strecken sie nach vorne. Wir beten: Sende uns.