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Sitzung geistvoll abschließen

Abrahams Altäre

Mit diesem Ritual kann eine Gremiensitzung lebendig abgeschlossen werden. Alle Teilnehmenden können durch Zeichen und Worte ausdrücken, was ihnen aus der gemeinsamen Arbeit besonders gelungen oder wichtig erscheint. Auch Enttäuschungen oder Misserfolge haben hier ihren Platz. Der Altar steht hier als symbolischer Ort dafür, dass alles Gott übergeben und anvertraut wird und somit alles innerlich losgelassen werden kann.

Anwendungshinweise

Hintergrund Wenn etwas Wichtiges geschehen war oder vor ihm lag, hat Abraham Gott einen Altar gebaut. Es darf vermutet werden, dass er all das, was ihm aktuell auf der Seele brannte, auf diese Altäre legte: seine Dankbarkeit und Hoffnungen, aber auch seine Zweifel, Enttäuschungen und seine Müdigkeit.

Organisation Ein Tisch oder ein freier Platz ist mit einer Kerze geschmückt. Die Gremienmitglieder (GM) stehen im Kreis um Tisch und Kerze.

Einleitung Der Sitzungsleiter erklärt, was es mit Abrahams Altären auf sich hat (z.B. Gen 12 oder 13) und lädt dazu ein: „Wir dürfen es Abraham nachtun und alles auf den Altar legen, was uns jetzt bewegt …“

Zeichenhandlung

  1. Die GM können jetzt etwas von ihrem eigenen Arbeitsmaterial (Kalender, Schreibzeug, Laptop…) auf den Tisch legen und benennen, was es symbolisiert: ihren Frust oder ihre Dankbarkeit, vorangegangenen Streit, Pläne oder Ideen.
  2. Was auf den Altar „gelegt“ wurde, wird von den anderen GM nicht kommentiert und soll auch anschließend nicht besprochen oder bewertet werden.
  3. Zur Ergänzung können noch weitere Symbole für die Bewertung typischer Gremiensituationen an der Seite bereitgestellt werden, z.B. Steine, Kerzen, Luftballons, Kompass…

Abschluss mit Gebet oder Segen.

Vaterunser-Gebetszeit

Das Vaterunser, von Jesus gelehrt, ist das Urgebet der Christen. Kirchenvater Tertullian (150-230) sieht in ihm eine „kurze Übersicht des ganzen Evangeliums“. Wenn wir das Vaterunser zum Abschluss der Sitzung beten, stellen wir alles Arbeiten, Auseinandersetzen, Freuen und Hoffen in diesen göttlichen Horizont. Damit das gelingt, gibt Luther den Betern den Rat, jede einzelne Zeile des Vaterunsers immer wieder zu wiederholen, wiederzukäuen, innerlich zu bewegen.

Anwendungshinweise

Erklärung der Vaterunser-Gebetszeit Jede Bitte wird vom Gebetsleiter laut ausgesprochen. Er ermutigt dazu, in einer nachfolgenden Gebetsstille (minimal ½ Minute) diese Bitte für das persönliche Leben, das gemeinsame Arbeiten im Gremium oder das kirchliche Leben innerlich zu konkretisieren. Hier ist Platz für Klage, Dank, Bitte, Lob und Fürbitte.

Einleitungsgebet des Gebetsleiters „Gott, du unser Vater, wir möchten am Ende unserer Sitzung noch einmal innehalten. Viel wurde besprochen, bedacht und entschieden. Einiges ist offengeblieben und wird uns weiter beschäftigen. Wir bringen alles vor dich und geben es dir ab. Wir beten in der Verbundenheit mit allen, die mit Jesu Worten beten“.

Nun wird das Vaterunser auf diese Weise Bitte für Bitte durchgebetet.

Abschließendes Segensgebet des Gebetsleiters (nach 4. Mose 6, 24-26): „Der Herr segne uns und behüte uns; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig; der Herr hebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen“.

Variation

Bei vertrautem Umgang im Gremium können nach den einzelnen Bitten die persönlichen Gebete auch laut gesprochen werden. Wichtig ist, dass sich jeder so ausdrücken kann, wie er es gerade empfindet: laut beten, schweigen oder die Bitte einfach wiederholen.

Das Beste kommt zum Schluss!

Zu einer gelungenen Sitzung gehört auch ein guter Abschluss. Er verhilft dazu, dass die Gremienmitglieder nach einem anstrengenden und manchmal schwierigen Sitzungsgeschehen innerlich positiv gestimmt nach Hause gehen können. Der Verlauf der Sitzung wird nochmals mit den Augen des Glaubens angeschaut: dem nachspüren, was von Bedeutung war; alles abgeben, was noch ungeklärt oder problematisch ist; sich an dem freuen, was gelungen ist.

Anwendungshinweise

Voraussetzung Die Sitzungsdauer sollte nicht zu lange angesetzt und in ihrem vorgesehenen Zeitrahmen beendet sein. Ist das nicht gegeben, sinkt die Bereitschaft, sich noch auf eine Zeit der Stille einzulassen.

Räumlichkeit Hilfreich ist ein Wechsel des Raumes, ein Raum der Stille oder die Kirche bieten sich an.

Einstimmung Singen einer Liedstrophe, etwa den Refrain des Liedes EG 671 (Diesen Tag Herr, leg ich zurück in deine Hände).

Stille Jedes Gremienmitglied (GM) hält eine persönliche Rückschau auf die Sitzung. Die auf einer Flipchart notierten Leitfragen können dabei helfen.

  1. Was bewegt mich noch positiv oder negativ? Ich gebe es an Gott ab.
  2. Was ist mir heute für meinen eigenen Glauben wichtig geworden?
  3. Was ist mir für das Leben des Glaubens in unserer Gemeinde wichtig geworden?

Austausch In einer kurz gehaltenen Murmelphase tauschen sich die GM zu zweit über das aus, was ihnen in der Stillephase wichtig geworden ist.

Abschluss Nochmaliges Singen des obigen Refrains (EG 671) und Sprechen des Aaronitischen Segens.

Variation

Möchte sich das Gremium mehr Zeit für den Abschluss nehmen, können die GM – statt sich in der Zweiergruppe auszutauschen – im Plenum ihre Eindrücke in kurzen Beiträgen mitteilen.