Strategien gegen die Angst

8. April 2020 | Dr. Klaus Douglass | midi

Klaus Douglass gibt Ihnen in dieser Serie zehn Strategien gegen die Angst an die Hand. Ab dem 25. März gibt es hier jeden Mittwoch und Freitag ein neues Video. Ergänzend dazu haben wir 13 Bibelverse gegen die Angst für Sie. Zum Ausdrucken, Ausschneiden und Meditieren. Die Druckvorlage für die Kärtchen können Sie hier herunterladen.

Darum geht es in dieser Serie

Klaus Douglass erklärt, worum es in der Serie »Strategien gegen die Angst« geht.

Menschen haben unterschiedliche Ängste und auch ein unterschiedliches Ausmaß an Angst. Dafür können sie in aller Regel nichts. Es hat etwas mit ihren Genen und Hormonen zu tun, mit bestimmten Erfahrungen, die sie im Leben gemacht haben, und mit Menschen, die sie prägen oder geprägt haben. Darum machen Sie anderen Menschen nicht zum Vorwurf, wenn diese mehr oder weniger Angst haben als Sie selbst.

Gerade in diesen Zeiten müssen wir zusammenhalten gegen das tückische Virus, das uns gerade bedroht. Wir haben in Corona einen gemeinsamen Gegner und sollten uns nicht noch gegenseitig anfeinden, weil unsere Seelen unterschiedlich mit dieser Bedrohung umgehen.

Wir können nichts für unsere Ängste. Das heißt aber nicht, dass wir ihnen hilflos ausgeliefert sind. Darum nenne ich Ihnen im Folgenden zehn Strategien gegen die Angst.

1. Unterscheiden Sie: Ist Ihre Angst sinnvoll oder schädlich?

Ist Angst eigentlich gut oder schlecht? „Keine Frage“, denken Sie vielleicht: „Natürlich schlecht!“ Aber das stimmt nicht. Angst hat einen guten Sinn in unserem Leben. Auch wenn sie sich nicht gut anfühlt, ist sie doch wichtig und sinnvoll.

Sinnvoll ist jede Angst, die Sie vor einer realen Gefahr warnt und Sie angemessen auf diese Gefahr reagieren lässt. Jede Angst, die wirklich Reaktion auf etwas Äußeres ist und nicht nur eine Projektion von innen. Sinnvoll ist jede Angst, die Ihr Leben intensiviert und nicht reduziert.

Schädlich hingegen ist alle Angst, die Sie vor eingebildeten oder höchst unwahrscheinlichen Gefahren warnt, die Sie gefangen hält in Grenzen, die nicht Gott gesetzt hat. Oder Angst, die sich immer weiter hochschaukelt, und die Sie völlig unangemessen reagieren lässt; die Sie lähmt oder in Panik verfallen lässt. Diese Unterscheidung ist wichtig: „Ist meine Angst nützlich oder schadet sie mir?“ Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, fragen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen Ihres Vertrauens.

2. Handeln Sie

Viele Menschen leben nach dem Motto: „Jammern ist leichter als Handeln.“ Durch Jammern entkommt man aber nicht der Angst, sondern es verstärkt sie oft noch. Handeln Sie lieber!

Wenn es sich um eine sinnvolle Angst handelt: Beseitigen Sie – soweit es geht – die Ursache dieser Angst. Grenzen Sie die Gefahrenquelle sinnvoll ein. Durch Sorgen allein verändert sich nichts zum Besseren. In Matthäus 6,27 sagt Jesus: „Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?“

Bei realen Gefahren müssen wir vom Sorgen ins Handeln kommen. Wenn es sich um eine schädliche oder unangemessene Angst handelt, die Sie vor keiner realen Gefahr warnt und/oder die Ihr Leben und Ihre Lebensqualität deutlich einschränkt, müssen Sie ebenfalls handeln. Ängste wie etwa Flugangst bekämpft man wirkungsvoll nur dadurch, dass man den Stier bei den Hörnern packt und sich dieser Erfahrung aussetzt. Und zwar möglichst so oft, dass man sich daran gewöhnt. Also: Augen auf und durch!

„Tapfer ist nicht, wer keine Angst hat, sondern wer zwar Angst hat, ihr aber nicht gehorcht.“

3. Konfrontieren Sie eine ungute Angst mit der Wahrheit

Wenn Sie eine unangemessene Angst haben, schreiben Sie sich mal auf, was Sie zuvor gedacht haben – und überlegen Sie sich anschließend, ob das vorher Gedachte wirklich wahr ist! Sehr oft ist es das nämlich nicht. Schreiben Sie auf, was stattdessen wahr ist.

Wie wäre es, wenn Sie mal versuchen, sich statt in die Unwahrheit in diese Wahrheit „hineinzusteigern“? Wie macht man das? Genau, wie man sich in die Unwahrheit hineinsteigert: Man wiederholt immer und immer die gleichen – in diesem Fall aber wahren – Sätze. So oft und so lange, bis man sie wirklich glaubt – nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Gefühl. Autosuggestion nennt man so etwas.

Einigen ist das suspekt, aber wir sollten wissen: Die Angst arbeitet ebenfalls autosuggestiv. Warum sollten wir nicht versuchen, sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen?

Meine vierte Strategie hängt eng damit zusammen:

4. Meditieren Sie einen Bibelvers gegen die Angst

Schon die alten Mönchsväter benutzten die so genannte „antirrhetische Methode“, um Ängste und andere ungute Gefühle in den Griff zu bekommen. So haben sie einen Bibelvers immer und immer wiederholt, bis die Wahrheit dieses Verses auch in ihrem Herzen ankam („to learn by heart“ heißt es im Englischen).

Laden Sie die Druckvorlage 13 Bibelverse gegen die Angst herunter, drucken und schneiden Sie die Kärtchen aus und meditieren Sie einen Bibelvers gegen die Angst.

  • Weiter geht's mit Strategie 5 am Freitag, den 10. April!