Rezension #deinegeschichte

4. Juni 2020 | Kerstin Offermann | midi

Rezension

Nach der erfolgreichen Erzählbibel #gottesgeschichte ist nun das zweite #-Buch von Armin Kistenbrügge erschienen. Darin stellt sich Kistenbrügge die Frage: Was ist, wenn der Glaube, wenn die Verbindung zu Gott den Alltag bestimmt?

Kistenbrügge hatte dabei junge Menschen im Blick, die gerade erst den Glauben entdecken und für die vieles noch Neuland ist. Das Buch ist aber auch für Erwachsene interessant und unterhaltsam zu lesen. Es bietet eine gute Gelegenheit, seinen eigenen Glaubensweg zu reflektieren und dem eigenen Glauben neuen Schwung zu verleihen.

Kistenbrügge teil seinen Weg durch die Welt des Glaubens klassisch in drei Etappen: Glaube, Liebe und Hoffnung. Er beginnt mit einer Beziehungsberatung: Gott nimmt mit uns Kontakt auf. Aber wie können wir ihn verstehen? Wie können wir mit ihm Kontakt aufnehmen?

Daran schließt sich die These an: Wenn du deinen Glauben ernst nimmst und ihn zu leben versuchst, ist es die Liebe, die dein Verhalten prägt. Wie aber wird aus dem Glauben Liebe? Wie lebst du deine Liebe?

Warum ist die Welt nicht besser als sie ist?

Und schließlich stellt er sich auch der Frage: Wo geht die Reise mit uns allen in der Zukunft hin? Warum ändert sich anscheinend überhaupt nichts? Warum ist die Welt nicht besser als sie ist? Aus welchem Grund dürfen wir eigentlich trotzdem hoffen, dass am Ende alles gut ausgeht?

An der inhaltlichen Klarheit der Gedanken merkt man, dass Kistenbrügge weiß, wovon er spricht. Er hat eine Doktorarbeit in systematischer Theologie über das Gebet geschrieben, seine gedanklichen Entdeckungen dann aber auch als Dorfpfarrer in der Gemeindearbeit und im eigenen Ringen mit den Glaubensfragen dem Realitätscheck ausgesetzt.

Nah dran an den Lesegewohnheiten Jugendlicher

Daraus entstand ein kurzweiliges Buch mit Tiefgang, das nah an der Alltagswelt bleibt und sich an den Lesegewohnheiten der Jugendlichen orientiert: Die einzelnen Kapitel sind kurz, Sprache und Bildwelt sind humorvoll und erfrischend unkonventionell. Die gelungene grafische Gestaltung des Buchs rundet diesen Eindruck ab.

Nach jedem Kapitel gibt Kistenbrügge eine pointierte Zusammenfassung des Inhalts, stellt eine korrespondierende Bibelstelle zum Nachdenken daneben und ergänzt seine Gedanken durch anregende Fragen und Icebreaker. So kann das Buch auch als Basis für Gruppengespräche mit Jugendlichen, in Hauskreisen und im Konfirmandenunterricht eingesetzt werden.

Was hat es mit Jesus auf sich?

Kistenbrügge macht es sehr deutlich: Gott ist erfahrbar. Das hat mit Jesus Christus zu tun. Was es mit Jesus auf sich hat, kann man intellektuell begreifen. Glauben heißt nicht, die unwahrscheinlichsten Dinge für bare Münze zu nehmen, sondern sich mit klaren Kopf, mit wachem Verstand, mit mutigem Herzen und mit seinem ganzen Leben darauf einzulassen, dass Gott hier und jetzt erfahrbar und für dein Leben relevant ist.

Dabei spricht Kistenbrügge seine Leser*innen direkt an. Das Buch ist keine theoretische Abhandlung, sondern es wird persönlich. Es geht und den eigenen Glauben und das eigene Leben. Es lädt zu einer spannenden Reise ein, auf der die Leser*innen über ihren eigenen Glauben und über ihr Gottesbild nachdenken, auf der sie beten lernen, und die sie herausfordert nicht nur zu fragen, was sie von Gott wollen, sondern was Gott von ihnen will. Seine These ist: Gott will nicht eine Rolle in deinem Leben spielen, sondern der Regisseur sein.

„Bleib mit Gott im Gespräch. Hör auf die Bibel. Frag die anderen. Knips deinen Verstand nicht aus. Mach dir nichts vor. Gott kann dich gebrauchen. Du bist Gottes Baustelle. Du wirst nicht umso größer, je näher du Gott kommst. Du wirst wie Jesus.“

Das Buch ist eine echte Chance, glauben, lieben und hoffen neu durchzubuchstabieren und mit dem eigenen Leben in Verbindung zu bringen.

Das Buch

Armin Kistenbrügge, #deinegeschichte – Lebe deinen Glauben. Neukirchener Verlag 2020, 256 Seiten.

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Titelbild: Kerstin Offermann