Interview #deinegeschichte

4. Juni 2020 | Kerstin Offermann | midi

Dr. Armin Kistenbrügge, der als Pfarrer engagiert in der evangelischen Kirchengemeinde Edingen-Greifenstein wirkt, als Vater für die Fragen seiner zwei Kinder da ist, die inzwischen junge Erwachsene sind und leidenschaftlich theologisch denkt und predigt, gibt in diesem Interview Einblick in seine Motivation und Gedanken über sein neues Buch: #deinegeschichte – Lebe deinen Glauben.

Armin Kistenbrügge, wie bist du auf die Idee gekommen, deine beiden #-Bücher – #gottesgeschichte und #deinegeschichte zu schreiben?

Das ist aus der wirklichen Gemeindearbeit heraus entstanden: Ein Konfi hat irgendwann gefragt, ob er die im Unterricht erzählten Stories nochmal nachlesen könnte (echt!), und #deinegeschichte ist im Gespräch mit einem Hauskreis junger Erwachsener entstanden. Aber die Idee dafür hatte Michael Jahnke, der mich schon bei der #gottesgeschichte begleitet hatte.

Du hast ja über das Thema „Gebet“ ausführlich nachgedacht und auch deine Doktorarbeit darüber geschrieben: War das hilfreich für dich, als du in #deinegeschichte etwas zum Beten geschrieben hast? Oder war es eher hinderlich, dieses Thema in so wissenschaftlicher Form durchdacht zu haben?

Beides. Ich denke ja schon mein gesamtes Berufsleben über das Thema nach. Aber jetzt habe ich einfach mal den Ertrag all dessen aufgeschrieben, aber so einfach, dass einem nicht das Beten vergeht vor lauter Nachdenken!

Warum ist Denken für dich so wichtig? Ist logisches Denken nicht der Gegenspieler des Glaubens?

Quatsch. Ich finde, man muss beides unbedingt zusammenhalten! Damit nicht die Frommen irgendwann abbiegen Richtung irrationalem Aberglauben und die Kopfgesteuerten an ihrem Glaubenshunger sterben, weil sie sich weigern, geistliche Nahrung zu sich zu nehmen.

An welcher Glaubensfrage hast du selbst am meisten zu knabbern?

Warum Gott uns so viel Zeit lässt und Jesus nicht schon längst wiedergekommen ist. Und warum das Leid so ungerecht verteilt ist. Um beide Fragen wollte ich mich in #deinegeschichte nicht drumrumdrücken.

Deine Bücher werden durch die genialen Illustrationen von Andreas Sonnhüter bereichert. Worin besteht für dich der spezielle Wert dieser Illustrationen? Welche Illustration ist deine liebste?

Am besten finde ich immer noch den kleinen Jungen im Superheldenkostüm als „Gottes Helferlein“ in Kapitel 9 von #deinegeschichte: „Gott wirkt durch dich.“

Die Zusammenarbeit mit Andreas Sonnhüter hat schon mit #gottesgeschichte begonnen. Wir wollten für die Gestaltung nicht einfach ein paar Illustrationen, also ein paar Pyramiden und Kamele bei der Story vom Auszug aus Ägypten zum Beispiel. Sondern wir wollen durch die Grafik eine eigene kommentierende Ebene finden. So eine Art „optische Filmmusik“.

Über welche Reaktion auf dein Buch hast du dich besonders gefreut?

Dass ich an allen Ecken und Enden beklaut werde! Aufs Evangelium gibt’s ja kein Copyright. Das soll sich verbreiten wie ein heilendes Virus.

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Titelbild: Armin Kistenbrügge